Ein unterschätztes Problem in vielen Haushalten
Motten gelten oft als harmlose Lästlinge, doch ihr Schaden kann erheblich sein. Ob Wollpullover mit Löchern oder verseuchte Vorratsdosen im Küchenschrank: Die kleinen Falter und vor allem ihre Larven richten in deutschen Haushalten jedes Jahr erhebliche Schäden an. Dabei wird der Befall häufig zu spät erkannt.
Kleidermotten und Lebensmittelmotten – ein wichtiger Unterschied
Zunächst lohnt es sich, die Art des Befalls zu bestimmen. In deutschen Wohnungen treten hauptsächlich zwei Mottenarten auf:
- Kleidermotten befallen Naturfasern wie Wolle, Seide, Kaschmir und Leder. Ihre Larven fressen unregelmäßige Löcher in Textilien.
- Lebensmittelmotten legen ihre Eier in trockene Vorräte wie Mehl, Nüsse, Getreide, Gewürze oder Trockenfrüchte. Die Larven spinnen feine Fäden durch die befallenen Produkte.
Die Bekämpfung unterscheidet sich je nach Art, weshalb eine korrekte Identifikation der erste Schritt ist.
Wie Motten in die Wohnung gelangen
Motten gelangen selten durch offene Fenster in die Wohnung. Der häufigste Eintragsweg ist der Einkauf. Lebensmittelmotten befinden sich oft bereits als Eier oder junge Larven in gekauften Produkten. Kleidermotten werden mitunter über Second-Hand-Kleidung oder Umzugskartons eingeschleppt. Auch über Blumen oder unbehandelte Wollknäuel kann ein Befall beginnen.
Sofortmaßnahmen bei Befall
Wer Motten entdeckt, sollte umgehend handeln:
- Alle potenziell befallenen Lebensmittel sorgfältig kontrollieren und befallene Waren entsorgen
- Schränke und Regale gründlich reinigen, Ecken und Ritzen besonders beachten
- Textilien bei mindestens 60 Grad waschen oder für 48 Stunden ins Tiefkühlfach legen
- Befallene Kleidung in dicht schließenden Beuteln verpacken
Motten sind hartnäckig, weil sie sich in mehreren Entwicklungsstadien in der Wohnung befinden können. Eine einmalige Maßnahme reicht in der Regel nicht aus.
Vorbeugung ist der beste Schutz
Wer Motten dauerhaft fernhalten möchte, sollte auf einige einfache Gewohnheiten setzen. Trockene Lebensmittel gehören in luftdicht verschließbare Behälter aus Glas oder Hartplastik. Kleidung aus Naturfasern sollte sauber und gut verpackt gelagert werden, denn Schmutz und Schweiß ziehen Motten an. Regelmäßiges Lüften und das Kontrollieren von Vorratsschränken helfen, einen Befall frühzeitig zu erkennen.
Wer sein Heim konsequent organisiert und auf Ordnung achtet, schafft für Motten schlicht schlechte Lebensbedingungen. Das ist der wirksamste Schutz auf Dauer.
